Auf einen Blick (Stand: 4. August 2026)
| Aktuelle Zielspanne | 3,50 % – 3,75 % |
| Unverändert seit | Dezember 2025 |
| Letzte Sitzung | 28./29. Juli 2026 – keine Änderung |
| Nächste Sitzung | 15./16. September 2026 (mit Projektionen) |
Der Fed-Zinsentscheid ist der Termin, an dem das Federal Open Market Committee (FOMC) über den US-Leitzins entscheidet. Für Trader ist es der wichtigste wiederkehrende Termin im Kalender: Kaum ein anderes Ereignis bewegt Indizes, Währungen und Gold innerhalb von Minuten so stark.
Diese Seite fasst die Termine 2026 und 2027 zusammen, ordnet die aktuelle Zinslage ein und erklärt, was beim Handel rund um den Entscheid tatsächlich passiert – einschließlich der Risiken, über die selten jemand schreibt.
FOMC-Termine 2026
Das FOMC tagt achtmal jährlich, jeweils an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Die Entscheidung wird am zweiten Tag um 14:00 Uhr Ortszeit Washington veröffentlicht – das entspricht in der Regel 20:00 Uhr deutscher Zeit. Eine halbe Stunde später beginnt die Pressekonferenz.
| Sitzung 2026 | Besonderheit | Status |
|---|---|---|
| 27./28. Januar | – | erfolgt |
| 17./18. März | mit Projektionen (SEP) | erfolgt |
| 28./29. April | – | erfolgt |
| 16./17. Juni | mit Projektionen (SEP) | erfolgt |
| 28./29. Juli | – | erfolgt, keine Änderung |
| 15./16. September | mit Projektionen (SEP) | nächster Termin |
| 27./28. Oktober | – | geplant |
| 8./9. Dezember | mit Projektionen (SEP) | geplant |
FOMC-Termine 2027
26./27. Januar · 16./17. März* · 27./28. April · 8./9. Juni* · 27./28. Juli · 14./15. September* · 26./27. Oktober · 7./8. Dezember*
* Sitzung mit Summary of Economic Projections
Wichtig: Die Fed weist ausdrücklich darauf hin, dass jeder Termin bis zur unmittelbar vorangehenden Sitzung vorläufig ist. Prüfen Sie kurzfristige Termine immer am offiziellen FOMC-Kalender.
Warum die Sitzungen mit Projektionen wichtiger sind
Viermal im Jahr veröffentlicht die Fed zusätzlich die Summary of Economic Projections – die Prognosen der Mitglieder zu Wachstum, Arbeitslosigkeit, Inflation und Zinspfad. Daraus entsteht der viel zitierte „Dot Plot“: eine Punktwolke, in der jedes Mitglied anonym markiert, wo es den Leitzins in den Folgejahren sieht.
Für die Märkte ist der Dot Plot oft wichtiger als der Zinsentscheid selbst. Der aktuelle Beschluss ist meist eingepreist – die Verschiebung der Erwartungen für die nächsten zwölf Monate dagegen selten. Wenn sich der Median der Punkte um eine Stufe verschiebt, reagieren Anleihen, Dollar und Aktienindizes häufig heftiger als auf die eigentliche Entscheidung.
Die vier Termine mit Projektionen 2026: März, Juni, September und Dezember.
Die aktuelle Lage: Stillstand mit wachsendem Widerspruch
Die Fed hält die Zielspanne seit Dezember 2025 unverändert bei 3,50 % bis 3,75 %. Auf der Juli-Sitzung 2026 blieb sie zum fünften Mal in Folge untätig – allerdings mit einer Auffälligkeit: Drei regionale Fed-Präsidenten stimmten für eine Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte. So viele Gegenstimmen in dieselbe Richtung gab es zuletzt 2016.
Für Trader ist das ein Signal, das über die reine Zahl hinausgeht: Ein zerstrittenes Gremium erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass kommende Entscheidungen weniger vorhersehbar werden. Genau daraus entsteht Volatilität – und zwar nicht nur am Sitzungstag, sondern auch bei Reden einzelner Mitglieder in den Wochen davor.
Die Divergenz zur EZB – der eigentliche Treiber für EUR/USD
Während die Fed pausiert, hat die EZB im Juni 2026 die Leitzinsen angehoben. Diese gegenläufige Bewegung ist für Devisen-Trader relevanter als jeder einzelne Entscheid: Der Wechselkurs folgt weniger dem absoluten Zinsniveau als der erwarteten Zinsdifferenz.
Vereinfacht: Steigen die Zinsen im Euroraum, während die USA stillhalten, verringert sich der Zinsvorsprung des Dollars – was den Euro tendenziell stützt. Wer EUR/USD handelt, sollte deshalb beide Kalender im Blick haben, nicht nur einen. Auch die Carry-Trade-Logik hängt unmittelbar an dieser Differenz.
Was der Zinsentscheid mit den Märkten macht
| Markt | Typische Reaktion auf straffere Geldpolitik |
|---|---|
| US-Indizes | Höhere Zinsen verteuern Kredite und senken den Barwert künftiger Gewinne – tendenziell belastend, besonders für Technologiewerte |
| US-Dollar | Steigende Zinserwartungen stützen den Dollar, weil verzinste Anlagen attraktiver werden |
| Gold | Gold zahlt keine Zinsen – höhere Realzinsen erhöhen die Opportunitätskosten und belasten tendenziell |
| Anleihen | Kurse fallen, Renditen steigen |
Diese Zusammenhänge sind Faustregeln, keine Gesetze. Sie gelten, wenn der Entscheid überrascht. Ist er vollständig eingepreist, passiert oft das Gegenteil dessen, was die Lehrbuchlogik nahelegt – Märkte handeln Erwartungen, nicht Fakten. Ein Zinsschritt, den alle erwartet haben, kann den Dollar sogar schwächen, wenn der Ausblick zugleich vorsichtiger ausfällt.
Rund um den Zinsentscheid handeln – was wirklich passiert
Der Termin ist bei Tradern beliebt, weil Bewegung garantiert scheint. In der Praxis sind die Bedingungen in diesen Minuten allerdings die schlechtesten des ganzen Monats:
- Spreads weiten sich aus. Was normal 0,8 Pips kostet, kann kurzfristig ein Vielfaches kosten. Diese Kosten zahlen Sie unabhängig davon, ob die Richtung stimmt.
- Slippage: Orders werden nicht zum gewünschten Kurs ausgeführt, sondern zum nächsten verfügbaren. Auch Stop-Loss-Orders – ein Stop bei 1,0850 kann bei 1,0835 ausgeführt werden.
- Kurslücken: Der Kurs springt, statt zu laufen. Zwischen zwei Ticks können mehrere Pips liegen, ohne dass dazwischen gehandelt wurde.
- Fehlausbrüche: Die erste Bewegung nach der Meldung dreht häufig innerhalb von Minuten. Wer der ersten Kerze folgt, liegt überdurchschnittlich oft falsch.
Hinzu kommt ein Effekt, den Anfänger unterschätzen: Der Markt reagiert nicht nur auf die Zahl, sondern auf den Ton der Pressekonferenz. Es kommt regelmäßig vor, dass der Kurs auf den Beschluss in eine Richtung läuft und 30 Minuten später auf einen Nebensatz des Vorsitzenden komplett dreht.
Ehrlich gesagt: Für die meisten Privatanleger ist der Zinsentscheid kein guter Einstiegszeitpunkt. Wer die Bewegung handeln will, braucht eine Position, die weite Spreads und Slippage aushält – oder wartet schlicht ab, bis sich der Markt eine Stunde später beruhigt hat. „Nicht handeln“ ist an solchen Tagen eine vollwertige Entscheidung, keine verpasste Chance. Wie Sie mit solchen Terminen systematisch umgehen, steht im Wirtschaftskalender-Leitfaden.
Den Entscheid verfolgen
- Offizielle Mitteilung: Das FOMC-Statement erscheint punktgenau um 14:00 Uhr Washingtoner Zeit auf der Website der Fed.
- Pressekonferenz: beginnt 30 Minuten später und wird live übertragen.
- Vergleich mit dem Vormonat: Erfahrene Marktteilnehmer lesen vor allem die Änderungen im Wortlaut gegenüber dem letzten Statement – schon einzelne gestrichene Wörter gelten als Signal.
- Protokoll: Die ausführlichen Minutes folgen drei Wochen später und bewegen die Märkte gelegentlich ein zweites Mal.
Häufige Fragen
Wann ist der nächste Fed-Zinsentscheid?
Die nächste FOMC-Sitzung findet am 15. und 16. September 2026 statt. Die Entscheidung wird am zweiten Tag veröffentlicht, verbunden mit aktualisierten Wirtschaftsprojektionen und dem Dot Plot.
Um wie viel Uhr kommt der Fed-Zinsentscheid?
Um 14:00 Uhr Ortszeit in Washington, was normalerweise 20:00 Uhr deutscher Zeit entspricht. Weil die Zeitumstellung in den USA und Europa an unterschiedlichen Terminen erfolgt, kann die Uhrzeit in einzelnen Wochen um eine Stunde abweichen – prüfen Sie im Zweifel den offiziellen Kalender.
Wie hoch ist der US-Leitzins aktuell?
Die Zielspanne für die Federal Funds Rate liegt bei 3,50 % bis 3,75 % und ist seit Dezember 2025 unverändert (Stand: 4. August 2026).
Wie oft tagt die Fed?
Achtmal im Jahr, etwa alle sechs bis acht Wochen. Bei außergewöhnlichen Ereignissen kann das FOMC zusätzlich außerplanmäßig zusammentreten – wie zuletzt in akuten Krisenphasen.
Was ist der Unterschied zwischen Fed und EZB?
Die Fed ist die Notenbank der USA, die EZB die des Euroraums. Ein wesentlicher Unterschied liegt im Mandat: Die Fed verfolgt ein doppeltes Ziel – Preisstabilität und maximale Beschäftigung. Die EZB ist vorrangig auf Preisstabilität verpflichtet. Das erklärt, warum beide auf dieselbe Wirtschaftslage unterschiedlich reagieren können.
Warum bewegt der Zinsentscheid die Kurse, wenn er doch erwartet wird?
Weil nicht der Beschluss gehandelt wird, sondern die Abweichung von der Erwartung – und der Ausblick. Selbst bei unveränderten Zinsen kann der Markt stark reagieren, wenn Formulierungen, Abstimmungsverhalten oder Projektionen anders ausfallen als gedacht. Die drei Gegenstimmen im Juli 2026 sind ein gutes Beispiel für ein solches Signal jenseits der Zahl.
Quellen
Stand der Daten: 4. August 2026. Leitzinsen und Termine ändern sich; für verbindliche Angaben gelten ausschließlich die offiziellen Veröffentlichungen der Federal Reserve. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung.